Samstag, 30. Juni 2012

Von Swakopmund ins Sossusvlei

Nach zwei Übernachtungen, goodbye Swakopmund. Unsere Abenteuersafari ging weiter zu den höchsten Dünen der Welt am Ostrand des Namib-Naukluft-Parks, zum Sossusvlei. Für Richard bedeutete dies, gut 350 km Allrad auf Schotter. Afrika, das zieht sich!

Kurz hinter "Martin Luther" die „Lichen Fields“: Halb Alge, halb Pilz sind Flechten für das Ökosystem der Namib wichtig; sie schützen vor Erosion und reichern den Boden in der Nahrungskette an. Bei ihnen bogen wir von der B 2 rechts ab, gönnten unseren Reifen eine Wasserdusche, indem wir die leicht wasserführende Senke des Swakop-Reviers durchquerten und trafen auf die Wüstenroute C 28, den sogenannten „Welwitschia-Drive“. 


Zunächst 20 km hinein in die Namib, dem "Ort der Leere, des Nichts", stets längst der water pipeline zur neuen Uranmine „Langer Heinrich“. Obwohl noch in Stadtnähe verstärkt sich an dieser Stelle das Gefühl für die Weite und Menschenleere: Mit durchschnittlich 2,5 Menschen pro Quadratkilometer zählt Namibia zu den dünnstbesiedelten Ländern der Welt! Der insgesamt 150 km lange Rundkurs am Beginn des riesigen Namib-Naukluft-Nationalparks ist benannt nach der dort vermehrt wachsenden Welwitschia mirabilis, eine der ältesten und wundersamsten Pflanzen der Erde. Safari-Neulinge machen schon hier die Erfahrung: Die Wüste offenbart einem nur dann ihre großen und kleinen Geheimnisse, wenn man sich mit all seinen Sinnen auf sie einlässt! 



Bevor man Exemplare der Welwitschia erreicht, hat man von view points an der Pad grandiose Fernblicke in die spektakuläre „Mondlandschaft“, bis hin zum Rössing-Berg. In Millionen Jahren haben Wind und Fluten des Swakop und Khan ein riesiges „Moon Valley“ erodiert. Die wildzerklüftete „Moon Landscape“ macht einen absolut menschenleeren und vegetationslosen, gleichwohl faszinierenden Eindruck. Aufnahmen für den Hollywood-Film „Krieg der Sterne“ sollen hier gedreht worden sein; und irgendwie hat man vom Hügel aus tatsächlich das Gefühl, lautlos und schwerelos über die Landschaft zu schweben.


Am Wegesrand dann erste Welwitschias mirabilis; im Wüstensand auffälliger und größer als in Twyfellfontain. Beileibe keine Schönheiten, aber höchst interessant! Die krakenähnlichen, fossilen Pflanzen können bis zu 2000 Jahre alt werden. Den botanischen "Methusalem" gibt es in männlich und weiblich. Bei der Fortpflanzung helfen spezielle Käfer. die Pflanze hat nur zwei Blätter, die, von der Sonne verdörrt und vom Wind zerfurcht, eher zerplatzten Autoreifen oder vertrockneten Blätterhaufen ähneln. Ganz augenscheinlich resultiert der Beiname "mirabilis" nicht daraus, dass die Welwitschia so wunderbar aussieht, sondern daher, dass es höchst verwunderlich ist, dort zu existieren, wo so gut wie kein Regen fällt. Die Erklärung hierfür: Ihr Stamm steckt tief im Boden; das feine, Wasser aufnehmende Wurzelwerk liegt flach unter der Bodenoberfläche. So kann die Pflanze genügsam vom Seenebel leben, der täglich und pünktlich über viele Kilometer ins Landesinnere zieht. Um ihr autarkes Biosystem zu schützen, hat man die von Touristenneugierde gefährdeten Pflanzen in Padnähe mit einem Steinkranz umgeben. Man sollte diesen wirklich nicht betreten; Fußspuren im Inneren beweisen leider genau das Gegenteil! Hat man Zeit für einen Umweg, kann man das noch besser geschützte Prachtexemplar der wohl größten Welwitschia Namibias besuchen.


Vom Welwitschia-Drive fuhren wir, jetzt auf der gut ausgebauten Pad C 14, durch die flachhügelige, wie eine endlose Prärie gelben Grases wirkende Kies-Namib. Voraus, in dunstiger Ferne, das zerfurchte Naukluft-Bergmassiv. Östlich vom Sossusvlei liegend, markierte es schon jetzt unser Tagesziel. Namibia, Land der Weite! Im Osten der Gamsberg erkennbar, mit 2347 m der dritthöchste Namibias. 


Wir durchquerten die eigentümlich-graubraune, Geröll haltige Vorgebirgslandschaft bis hin zum Canyon des Kuiseb-Reviers, vorbei an Hotsas-Wasserstelle und einsamer Wüsten-Forschungsstation am Fuße eines Felsbrockens. In der kargen Weite immer wieder Springböcke und Strauße.

Der im Khomashochland westlich von Windhoek entspringende Kuiseb zählt mit zu den stärksten Revieren Namibias, kommt nicht selten kräftig ab. Der Kuiseb-Pass überwindet als „negativer Pass“ keinen Berg, sondern die Tiefe des Kuiseb-Canyons. In dieser Schlucht spielte sich die Robinsonade der Geologen Dr. Henno Martin und Dr. Hermann Korn nebst Hund Otto ab. Sie versteckten sich über zwei Jahre im sogenannten „Henno Martin Shelter“, um im 2. Weltkrieg als Deutsche der Internierung durch Südafrika zu entgehen. Letztlich zwang Krankheit sie aufzugeben. Um nach langer Autofahrt die Füsse zu vertreten, erwanderten wir alle den Bergpfad zum Unterstand. Memories an 2010 mit Suche nach eigenen Spuren wurden wach. „Hummel Dumm“ lässt grüßen!



Die Kuiseb-Passstraße kitzelt gehörig die Nerven. Vom Plateau aus führt die C 14 in Kehren hinab ins Trockenflusstal und wieder hinauf zum gegenüberliegenden Steilufer. Die Pad ist zwar relativ breit und flach, aber rutschig, steinig und natürlich ohne Leitplanken. Nur gut, dass es kein Verkehrsaufkommen gab. Panorama und Abenteuererlebnis für uns, pay attention für Richard! Unten, um die Brücke herum, viel Gestein und Treibholz aus Zeiten, als das Revier mal abkam.


Nach 20 km, the same procedure beim Gaub-Pass. Auch das Gaub-Revier kommt aus der Khomas-Region. Der Fluss vereinigt sich einige Kilometer weiter westlich vom Pass unterirdisch mit dem Kuiseb. In der Talsohle der „Gaub Gorge“, dicht bei der Brücke, ein idyllischer Rast- und Picknickplatz, umgeben von anspruchslosen Pflanzen.

Nahebei kreuzt die Pad den „Wendekreis des Steinbocks“. Natürlich machten wir das obligatorische Gruppenfoto. Hier, am südlichen Wendekreis, erreicht die Sonne auf der Südhalbkugel am 21. Dezember ihren Zenit, steht höchstmöglich schattenlos-senkrecht, wandert dann Richtung Äquator; bringt für Namibia subtropisches Klima. Wir passierten den „Tropic of Capricorn“ später an anderer Stelle nochmals, auf der Rückreise kurz vor Rehoboth.


Nach 70 km Hügellandschaft next stop an der C 14, das roadhouse Solitaire. Dieser „Edelstein in der Wüste“ ist eigentlich nur eine 150 Jahre alte Minisiedlung auf gleichnamiger Farm. Wegen mehrerer Überlandpads nahebei, heutzutage ein must für die Rast.

Als touristischer Orientierungspunkt und Durchgangsstation bietet Solitaire das, was man braucht: Tankstelle, Werkstatt, Toiletten, post office usw.. Zudem einen originellen „Tante Emma“-Laden und ein Cafe, wo man vom Chef selbst, einem urigen "Südwester" mit Rauschebart, den leckersten Apfelkuchen mit Sahne Namibias zum open-air-Verzehr bekommt. Obwohl an sich wenig los, erhaschten wir die letzten Stücke, hatten noch den Geschmack vom letzten Mal auf der Zunge! Aufgepasst: Glanzstare mögen den Kuchen ebenso! Drumherum etwas Pflanzen mit Vogelgezwitscher und Oldtimer-Wracks als Blumenkübel. Nebenan eine alte Kapelle und die Solitaire Country Lodge mit grünem Rasen und Pool im Innenhof. Solitaire, eine manchmal belebte, doch stets erholsame Oase mit herrlichem Blick auf die Naukluft-Berge!




Nach Kaffee-Kuchen-Pause gestärkt, noch 100 Pad-km weiter Richtung Sossusvlei durch einen in Form und Farbe prächtigen Park-Korridor. Östlich, die relativ wasserreichen, horizontal-geschichteten Naukluft-Berge. Auch historisch interessant: Dort lieferten zu Kolonialzeiten die Witbooi-Namas mit ihrer ungewöhnlichen "Hit-and-Run-Taktik" den Schutztrupplern langjährige Guerillakämpfe. Westlich, die uralten, „versteinerten“ Namib-Dünen. Wir fuhren vorbei an der schön gelegenen Namib-Naukluft-Lodge mit ihren Steinhäusern, in der wir 2010 zu siebt wohnten und auf der Hausbergkuppe zünftig sundownerten.


Das Tor zum Sossusvlei passierten wir spät nachmittags. Eigentlich unüblich, denn Dünentrips finden der Hitze und Farben wegen zumeist frühmorgens statt. Dann hat man normalerweise schon eine lange Dunkelfahrt von seiner außerhalb gelegenen Unterkunft hinter sich.

Das hatten wir diesmal nicht nötig: Die Sossus Dune Lodge befindet sich exklusiv und privilegiert hinter dem Parkeingang im Reservat. Wer hier, wie wir, an einem der wohl schönsten Plätze der Namib-Wüste wohnt, ist schon mittendrin in den höchsten Dünen der Welt. Die gesamte Anlage steht aufgestelzt auf einer Holzkonstruktion. Alle großzügig-komfortablen, Ried gedeckten und über einen langen Holzsteg erreichbaren Chalets sind äußerst geschmackvoll mit Naturhölzern, Moskitonetzen und Panoramafenstern eingerichtet, haben eine eigene Veranda. Wir wohnten im Haus Nr. 20; Heide und Klaus nebenan. Vom Bett aus schaut man tagsüber in die weite Dünenlandschaft, deren Farben mit dem Tageslicht wechseln. Zum "Indiewüstenschauen" stehen zwei Relax-Liegen vor dem Fenster. Nachts erstrahlt bei absoluter Stille greifbar nah und klar der Sternenhimmel mit deutlich erkennbarer Milchstraße und den einzelnen Sternzeichen, insbesondere dem „Kreuz des Südens“. Es fiel uns schwer, uns vor dem Schlafengehen von diesem phantastischen Anblick zu trennen.



Von der lodge ist das eigentliche Sossusvlei als Endpunkt immerhin noch 65 km entfernt. In der Nama-Sprache bedeutet "Sossus" soviel wie "blinder Fluss" bzw. "Sammelstelle für Wasser" -  "Vlei" ist das afrikaanse Wort für "Senke" bzw. "Verdunstungspfanne". Die letzten 5 km vom Parkplatz bis zum Vlei sind nur per Allrad oder zu Fuß zu bewältigen. Den für Touristen üblichen stand by-Parkshuttle brauchten wir nicht; wir hatten ja unseren eigenen Geländewagen!

Die gesamte Strecke, einmalig eindrucksvoll: Immer entlang des aus der 100 km entfernten Randstufe kommenden Tsauchab-Reviers, links und rechts die weltberühmten Dünen, stern- und halbmondförmig, rund und kantig, steil und sanft, je nach Wind und Alter in unterschiedlichsten Ausprägungen von Form, Farbe und Höhe. Am Anfang, die rote „Elim-Düne“. Nach 45 km die Renommier-„Düne 45“, über 350 m hoch,  größte Sterndüne der Welt, steil und unten von knorrigen Baumstümpfen flankiert. Überall in dieser Urlandschaft super Fotomotive! Oryx-Antilopen und Strauße nicht selten. Der aus Reportagen und Fotobüchern weltbekannte, knorrige Baumstumpf am Straßenrand, Vordergrund für zahllose photo-shoots, liegt leider inzwischen traurig danieder! In der salzigen Lehm-Ton-Senke des Vleis angekommen, ist auch für 4x4 Endstation! Das Tsauchab-Revier, das nur ganz selten mal abkommt, versickert hier in der Sackgasse vor dem Dünenwall; es soll 60 km weiter irgendwo am Atlantik wieder hervortreten. Der Ursprung der Dünenlandschaft liegt Jahrmillionen zurück, als der Oranje-Fluss als Urstrom Unmengen an Sand aus dem Landesinneren ins Meer spülte, die dann vom Benguela-Strom und starken Südwest-Winden an die nördlichere Küste transportiert und angehäuft wurden. 

Wer will, und für Neulinge eigentlich ein must, besteigt eine Düne seiner Wahl. Der Tritt in die Fußstapfen eines Vorgängers ist dabei tatsächlich hilfreich. Man sagt, darin läge die tiefere Mystik des Sossusvlei: Step by step tapfer den Dünenkamm erklimmen, sich oben geschafft in den weichen Sand setzen und von der Natur belohnt werden mit grandiosem Fernblick über das in der Welt einmalige, grenzenlos und vollkommen still erscheinende Dünenmeer. Faszination, Erhabenheit und Einsamkeit in einem! Für den Abstieg gibt es dann mehrere sportlich-lustige Varianten. Eine Gaudi für sich: Statt dem Kamm in eigenen Spuren abwärts zu folgen, direkt den Steilhang hinunterlaufen, möglichst leicht nach hinten gebeugt, beinahe in Zeitlupe, weil die Füße dann zur Standfestigkeit mehr im Sand versinken! Natürlichan kann man auch unten in der pan bleiben und unter einem der reichlich verstaubten Kameldornbäume rasten, den neugierigen Vögeln zusehen, oder nach Früchten der Nara-Pflanze, dem „Brot der Wüste“, suchen. Auch kann man verdächtige Spuren im heißen Sand ausmachen. Das Getier, das hier genügsam lebt, wird das Weite suchen oder sich eingraben, wenn der Mensch sich laut und trittfest nähert. Solche Bewohner sind z.B. putzige, schwarze Käfer, Wüstengeckos und last not least die giftige, zumeist aber nur an ihrer Kriechspur erkennbare Sandviper.





Richard war gnadenlos. Er bestand darauf, für die Dünen um 4 Uhr nachts aufzustehen und um 5 Uhr ohne Frühstück von der lodge loszufahren. So legten wir die 65 km durchs Tsauchab-Revier, noch nicht ganz wach, bei tiefster Dunkelheit und Kälte und ohne Hänger zurück. Das brachte den Vorteil, exklusiv bei aufgehender Sonne auf die Düne vor unserem besonderen Ziel, dem „Dead Vlei“, zu klettern, um dann gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen ins skurrile Vlei hinabzusteigen. Unseren Einwand, eine Stunde später hätte es doch wohl auch getan, ließ Richard nicht gelten. Ihrem Namen zum Trotz, wirkt die nahezu weiße Trockenpfanne des Dead Vleis mit ihren Kameldorn-Baumskeletten im salzhaltigen Boden nicht abgestorben, sondern irgendwie mystisch-lebendig und fotogen. Magie der Wüste!


Unser mitgebrachtes Breakfast-Paket verzehrten wir nach dieser für uns sportlichen Leistung mit Appetit auf einer Bank, noch eigemummelt, unter schattigen Bäumen im eigentlichen Sossusvlei, jetzt schon im Beisein einiger Frühaufsteher mehr. Außergewöhnlich, der Tsauchab hatte während der Regenzeit eine Menge Wasser bis ins Vlei gedrückt. Am Rand des dadurch entstandenen Sees: Vögel, Springböcke, grüne Pflanzen, Heide und Sibille.




Über Erongo nach Swakopmund

Nach Twyfelfontein folgte mit über 400 km unsere zweitlängste Tagesetappe nach Swakopmund, mit Umweg Erongo.

Zunächst auf der D 2612 durchs Huab-Revier, dann auf der C 35 nach Uis, stets mit Blick auf das langgezogene Brandberg, der mit seinem 2573 m hohen Königstein-peak der höchste Punkt des Landes ist, obwohl es einem nicht unbedingt so vorkommt. Das Felsmassiv aus Granit, Basalt und Dolomit erhielt seinen Namen, weil es spätnachmittags in der untergehenden Sonne wie rötlich-oranges  Feuerglühen erscheint.


Der Brandberg steckt voller Mineralien und Felsmalereien, wie z. B. der „White Lady“, wird deshalb schon mal als "Louvre der Wüste" bezeichnet. By the way: Sibille und ich hatten die geheimnisvolle "Dame", sofern sie denn wirklich eine ist, schon vor Jahren besucht. Dafür braucht man Zeit, Motivation, Ausdauer und eine Portion Phantasie. Der unerwartet strapazöse Anmarsch ist nur mit einem der flinken Burschen der "Daureb Mountain Guides" als Führer erlaubt (" All visitors are required to be accompanied by a registered guide"). Der Weg durch die steinige, heiße Schlucht des Tsisab-Reviers, das Stück bergauf zur Felsnische nebst Rückweg zum Auto kamen uns Ungeübten endlos vor; der Wasservorrat war lauwarm geworden. Am Ziel angekommen, war die kleine lady in ihrer winzigen Felsgrotte kaum als solche zu identifizieren. So ergeht es nicht allein den Touristen; auch die Experten rätseln nach wie vor, wen bzw. was die Figur tatsächlich darstellen soll; neuere Vermutungen tendieren eher in Richtung healer bzw. medicine man.

Richard fuhr uns zuliebe eine Ortsschleife durch den kleinen Ort Uis, da hier "der Lange", ein uns von früheren Reisen bekannter, freundlicher und versierter, leider verstorbener Ranger wohnte. Der einstige Minenort und die dort befindliche lodge nebst Vicky`s Coffee Shop und Uis Information Centre machen immer noch einen reichlich vereinsamten Eindruck. Die 1922 in Betrieb genommene Zinn-Mine wurde schon 1990 geschlossen; die weißliche Abraumhalde dominiert die Sicht. Momentan soll es Pläne für ein revival geben.


Weiter auf Pad hatten wir ein lustiges Intermezzo mit einem niedlichen Chamäleon. Richard erspähte es mit Adlerblick, rettete es vorm Überfahrenwerden. Im Gegenzug zeigte das Tierchen uns, wie es beim T-Shirt-Klettern schnell die Farbe wechseln kann. 


Unterwegs hielten wir zwischen Damara- und Hereroland an einem small market der Hereros, kauften originelle, farbenfrohe Stammespüppchen und hatten Spaß mit den Kindern. Für uns als freundliche Kunden: Shooting pictures, no problem!



Weiter ging die Fahrt auf der einsamen C 36 vorbei am verschlafen wirkenden, gleichwohl historisch interessanten Ort Okombahe beim Omaruru-Revier vorbei, das Erongo-Massiv schon vor uns. Dann auf der D 2306 in Richtung des 2319 m hohen Hohensteins, dem höchsten Berg des Erongo. 

Zu dessen Füßen erreichten wir die esel-, papageien- und katzenfreundliche Ameib-Ranch am Khan-Revier, wo wir mit Albert, Ingrid und Armin, Diethard und Gunnar vor zwei Jahren zu Gast waren. Natürlich sahen wir uns unser schönes Häuschen von damals nochmals an. Wir stellten unseren Hänger auf der Farm ab, da die Geländefahrt ins Felsmassiv hinein ohne ihn leichter war.


Erongo, ein Umweg, der allein deshalb lohnt, um auf kurviger Pirsch einen Eindruck von den uralten, überdimensional-rundgeschliffenen Granitkugeln der „Bull`s Party“ und anderer bizarr-errodierter Felsformationen, wie dem „Elephant`s Head“, zu bekommen. Der Vorstellungskraft sind hier keine Grenzen gesetzt! Es machte Spaß, Bildhaftes aus Felsbrocken zu interpretieren und menschliche Winzigkeit gegenüber Naturdimensionen zu verspüren.





Vom Erongo-Gebirge waren es jetzt noch 150 km bis Swakopmund; zunächst weiter 30 km auf sandiger D 1937 Pad bis Usakos. 

Richard fuhr uns zuliebe parallel zur Hauptstraße durch den kleinen, gleichwohl geschichtsträchtigen Ort: In Sichtweite ein paar gut erhaltene Kolonialhäuser und andere Museumsstücke wie die renovierte Henschel-Lok der Otavibahn vor dem Bahnhof, die alte Kirche und der rostige Wasserturm vor den Bergen, kaum Menschen. Noch heute erinnert die Ortschaft an den ehemals bedeutsamen
Eisenbahnknotenpunkt mit Werkstätten und Zinnvorkommen. Im Kontast dazu die moderne Tankstelle mit kleinem, gut gefülltem takeaway. Witzig, in staubiger Nebenstraße, ein car wash!


 

Von Usakos ging es nach kurzer Stärkung weiter südwestlich, jetzt auf neuem B 2-Asphalt, parallel zur Eisenbahn und dem Khan-Trockenfluss. Rundherum Geröllnamib mit flachen Bergen. Rechter Hand in weiter Ferne, die 1728 m hohe Spitzkoppe, das „Matterhorn Namibias“, mit Little Spitzkoppe, umgeben von den Pondokbergen. Mittendrin in diesem markanten Bergmassiv waren wir 2010 mit Albert mit Ziel Robbenkolonie Cape Cross unterwegs, per Allrad und per pedes.


Dann, 80 km vor Swakopmund, rechterhand der die Wüste überragende Rössingberg. Davor der Abzweig nach Arandis; eigentlich keine Ortschaft, sondern Arbeitersiedlung aus der Retorte der Rössing-Mine. Die Uran-Lagerstätten des Rössingberges wurden schon 1910 von den Deutschen entdeckt; industrieller Abbau erfolgte jedoch mit deutscher Hilfe erst seit 1970. Seitdem ist die mehrheitlich dem australischen Rio-Tinto-Konzern gehörende Mine weltgrößter Urantagebau und größte Uranlagerstätte der Welt; mit über tausend Beschäftigten ein Hauptarbeitgeber und Hauptsteuerzahler Namibias. Auf rechtzeitige Anmeldung hin kann man eine Führung mitmachen. Hauptproblem ist der sensible Weltmarktpreis für Uran, der immer wieder zu Rationalisierung und Personalanpassung bis hin zu Stilllegungsplanung führte. Zudem verbraucht die Uranproduktion Unmengen an Wasser, so viel wie ganz Windhoek, wozu die in Namibia so knappe Resource den Revieren des Khan, Swakop, Omaruru und Kuiseb entnommen wird. Beruhigend, dass deutsche Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vor geraumer Zeit in 300 m Tiefe ein riesiges, fossiles Süßwasserreservoir im Cuvelai-Etosha-Becken entdeckt haben. Über dessen Nutzbarmachung wird noch nachgedacht; falls es klappt, hätten große Teile der namibischen Bevölkerung für lange keine Trinkwasserprobleme mehr! Uran erlebt momentan offenbar ein revival: Aktueller Planungshorizont der Rössing-Mine geht bis 2023; exploriert wurden neue Lagerstätten, wie z.B. „Rössing-South“ und "Langer Heinrich". Zudem gibt es vielversprechende Innovationen: Im Zuge des Trekkopje-Projektes wird erstmals konzentriertes Uranoxyd ausschließlich aus entsalztem Meerwasser gewonnen.

Nach langer Tagesetappe, noch im Hellen, in der Ferne links die Nordflanke der „Mondlandschaft“, kam Swakopmund in Sicht. 

Erstes wellcome am Rande der B 2, die hier nach dem alten Präsidenten Sam Nujoma Avenue heißt, durch „Martin Luther“. Auf Initiative des Schutztrupplers Edmund Troost wurde der dampfbetriebene Straßentraktor in Halberstadt gebaut, kam 1896 über Walvis Bay nach Südwest, sollte den damals achttägigen Ochsenkarren-Frachtverkehr zwischen Swakopmund und Walvis Bay revolutionieren. Das schaffte das Dampflokomobil in praxi nicht. Wenn überhaupt on road, benötigte es ein Vielfaches an Zeit. Sein Gewicht, Wasser- und Holzverbrauch waren  für das Einsatzgebiet einfach viel zu hoch. Zuletzt nur noch just for fun für kurze Wüstentrips benutzt, brach es an der Stelle, wo es heute steht, vollends zusammen, unterlag einem Jahrhundert dem Verfall. So gesehen bot sich Martin Luther als Namensgeber an mit seinem Slogan: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!" Vom Namibian Institute of Mining and Technology mit deutschem sponsoring aufwendig und gründlich vom Rostfraß restauriert, steht das gute Stück seit 2006 wieder dort, wo es einst seinen Geist aufgab, seit kurzem jedoch als Industriedenkmal glasgeschützt im „Martin`s new home“.Vor diesem bewegenden Hintergrund für uns schon wert, anzuhalten und in den show-room zu gucken!


Es ist schon insgesamt recht eigenartig, dieses 120jährige Swakopmund! Benannt nach der Mündung des Swakop-Flusses hat die drittgrößte Stadt Namibias noch unübersehbar deutsches, besser gesagt kaiserlich-wilhelminisches Kolonialflair. Fast ist man geneigt, sie nach wie vor für eine Art deutsche Enklave in Afrika zu halten. Überall im Zentrum wird Deutsch gesprochen; alles ist sauber und geordnet. Denkmalgeschützte Bauwerke im Jugend- und Fachwerkstil aus Zeiten Deutsch-Südwests prägen das Stadtbild, wie z. B. der Bahnhof, das Woermann Haus, das Alte Amts- und Bezirksgericht, der rot-weiße Leuchtturm, das Hohenzollern-Haus mit Atlasfigur am Giebel, ferner Alte Kaserne, Altes Gefängnis, Post, Kirchen, Marine-Denkmal, renovierte Jetty und Museum. Bei allem Kolonialcharme macht das Städtchen einen durchaus modernen und gepflegten Eindruck mit schöner Strandpromenade, Hotels, shops, intakten Geldautomaten, Supermärkten, Restaurants, Bars und Kino; das 2010 abgebrannte Brauhaus stand wieder in alter Pracht. In den letzten Jahren wurde besonders zur nördlichen Seeseite hin kräftig gebaut, größtenteils stilvoll-luxuriös mit moderner Infrastruktur.


 


Einen beeindruckenden Panoramablick über Swakopmund hat man vom alten Damaraturm des Woermannhauses aus; man erkennt von dort oben deutlich, wie nah die Namibwüste das Küstenstädtchen umzingelt. Der Hamburger Reeder, Kaufmann und Politiker Adolph Woermann hatte sich im Kaiserreich stark in Sachen Kolonialisierung engagiert und mit der von ihm gegründeten "Afrikanischen Dampfschiffs AG", der sogenannten "Woermann-Linie", de facto das Monopol für alle Transporte nach und von Deutsch- Südwest inne.




Eigenartig auch das Wetter: Kalter, antarktischer Benguelastrom und heiße Namib-Wüste vor der Haustüre bewirken, dass Stadt und etliche Kilometer Hinterland täglich von morgens bis mittags nasskühl eingenebelt werden; vorher und nachher scheint die Sonne am blauen Himmel. Unwillkürlich fragt man sich: Was wäre wohl aus diesem Stück Wüste geworden wäre, hätten unsere Vorfahren nicht so dringend einen Hafen mit Süßwasservorkommen benötigt? Dennoch blieb Swakopmund als Hafen ein Dauerflop: Kein Hafenbecken und Kai; Mole und Holzbrücke chancenlos gegen Wind, Wellengang und Versandung; Entladen der Schiffe und Anlandung in von Westafrikanern, z.B. aus Liberia, gesteuerten Brandungsbooten ein stetes Wagnis unter Lebensgefahr! Bis heute fällt Swakopmund als Seehafen aus, alles Schiffbare geht mehr denn je über Walvis Bay und Lüderitzbucht. Lediglich die alte "Jetty" wurde nostalgisch-touristisch durch eine stabile Holzkonstruktion erneuert, eingangs sogar mit nettem Terrassenlokal. 

Wir wohnten wieder zwei Nächte familiär in der Hotel Pension Rapmund, gleich ums Eck beim "Cafe Anton" und mit dem Luxus eines rund um die Uhr bewachten Parkplatzes vor der Tür. Dort hatten wir genügend Distanz zum Pauschaltourismus im Hansa- und Bahnhofshotel, brauchten nur ein paar Schritte, um abends im beliebten "Lighthouse Pub & Cafe" gesellig im Kreis Einheimischer sowie im Restaurant "Zum Kaiser" gepflegt zu essen. In der City selbst, eine Menge touristischer Aktivitäten bei im Vergleich zur peak season erstaunlich wenigen Touristen. Eine Empfehlung für jeden, der Zeit und ihn noch nicht mitgemacht hat, ein Cessna-Flug über die Dünenlandschaft und Skelett-Küste mit ihren alten, geschichtenumwobenen Schiffswracks. Im Ortskern gibt es für solche "Fly-In-Safaris" mehrere professionelle Anbieter. Wir vier nutzten den Aufenthalt einfach nur, um im Ort zu bummeln, am Strand nach "schönen Steinchen" zu suchen und an der Promenade unter dem Sonnenschirm Kaffee mit netter Bedienung und Meerblick zu genießen. Das Zertifikat über den „flight over the highest dunes in the world“ hatten Sibille und ich schon vor 10 Jahren erworben.

Auch nutzten Sibille und ich die Chance, Schwester Leoni Hasler, die wir beide 2010 zufällig beim Stadtbummel kennengelernt hatten, im Kloster der katholischen Kirche am alten Bahnhof "hallo" zu sagen. Die sympathische, landesweit bekannte, engagierte Missions-Benediktinerin vom Liechtensteiner Erzbistum Vaduz erwies sich uns gegenüber erneut als eine ausgesprochen freundliche, durchaus weltoffene und eher unkonventionelle Gesprächspartnerin. Es machte einmal mehr Spaß, mit ihr zu plaudern.  



Von Vingerklip nach Twyfelfontein

Am frühen Morgen, Aufbruch nach Khorixas. Der staubige Ort, ehemals Verwaltungssitz fürs Damaraland, bliebe dem Reisenden mit seinen wenigen Häusern kaum nachhaltig im Gedächtnis, wäre er nicht Tankstelle und Zufahrt zu weiteren namibischen Sehenswürdigkeiten.

Zuvor machten wir noch kurzen Stopp am Fuße der Vingerklip selbst, um den skurrilen Felsen aus der Froschperspektive hautnah auf uns einwirken zu lassen. Neben uns am Rand der Pad, nahezu symbolträchtig für Afrika, ein schwarzes und ein weißes Pferd beim gemeinsamen, friedlichen Grasen!


Aus dem Ugab-Tal hinaus führte uns die Sandstraße jetzt durch die westlichen Ausläufer der wildromantischen  Mik-Berge nach Twyfelfontein.


Nach starken Regenfällen kann die Strecke durch die Erosionslandschaft ohne Allrad zum Problem werden, wenn quer zur Pad verlaufende Trockenflüsse, wie das Aba Huab-Revier, oberirdisch Wasser führen. Die dem Ort namensgebende „unsichere Quelle“ tröpfelt noch immer; man findet sie etwas bergauf versteckt in den Felsen. Wir beschlossen, nicht direkt zur gebuchten Country Lodge zu fahren, sondern nahmen zunächst die C 39 zu den touristischen musts, dem „Versteinerten Wald“, den „Orgelpfeifen“ und dem „Verbrannten Berg“. Nach späterem Einchecken in der lodge wollten wir sodann noch die fotofreundliche Sonne des Spätnachmittags nutzen und die weltbekannten „Felszeichnungen“ aufsuchen.  Mit Glück begegnen einem zudem "Wüstenelefanten", die sich im Huab-Trockental aufhalten.

Pertrified Forest“, der "Versteinerte Wald", erst 1940 entdeckt, ist nationales Monument. Es handelt sich um eine Ansammlung fossiler, marmorierter Baumstämme, die 300 Millionen Jahre alt sein sollen. Ihre Herkunft ist ungewiss. Führer Michael versuchte eine Erklärung: Es könnte urzeitliches Schwemmholz aus Zentralafrika sein, ebenso aber aus dem Raum des heutigen Brasilien, als Südamerika und Afrika noch nicht auseinandergedriftet sondern im Urkontinent "Gondwana" vereint waren. Sicher ist nur, dass die bis zu 30 m langen Stämme nicht hiesig waren, einst luftdicht unter Sand lagen und so konservierten, dass das Holz nicht vermoderte, sondern versteinerte. Später legte Erosion die Stämme und Bruchstücke wieder frei. Wohl nur vor diesem rätselhaften Hintergrund lässt sich ihre heutige touristische Bedeutung würdigen. Mitnahme von Souveniers ist streng verboten! 


Michael erklärte uns zudem die Besonderheiten der, im Staatswappen Namibias als eine Art Fundament aufgenommenen Nationalpflanze "Welwitschia Mirabilis", die hier vermehrt vorkommt. Sie wurde 1859 vom österreichischen Botaniker und Arzt Dr. Friedrich Martin Joseph Welwitsch in Südangola entdeckt, ist nur dort und in Namibia endemisch; die Damara kannten sie unter dem Namen "nyanka". Wir nahmen die wundersame Pflanze später in der Wüste am "Welwitschia Drive" hinter Swakopmund noch gezielt und genau unter die Lupe.


50 km Wellblech-Pad weiter mit Antennenakazien auf den Bergrücken befinden sich die „Organ Pipes“. Sie bilden eine 100 Millionen Jahre alte Felswand aus scharfkantigen, meist sechseckigen Basaltsäulen, die mit einiger Phantasie tatsächlich Orgelpfeifen ähneln und in dieser vulkanischen Form einmalig sein sollen. Man findet sie etwas verborgen,  indem man von der höher verlaufenden Pad in ein schmales, sandiges Revier hinabsteigt. Da die Kanten der pipes messerscharf sind, verwundert es, warum die Ureinwohner daraus keine Werkzeuge oder Waffen fertigten. Vermutlich fehlten ihnen die Instrumente, um das harte Gestein zu lösen und zu bearbeiten. Seltsam bei den Orgelpfeifen, ein kleiner, einsamer Mopanebaum an der Bruchkante, dessen Wurzeln schlingpflanzengleich tief nach unten wachsen.



Nur einen Kilometer weiter „Burnt Mountain“, ebenfalls vor 100 Millionen Jahren entstanden. Vulkanisches Magma bahnte sich seinen Weg an die Oberfläche durch eine Schieferschicht. Zurück blieb ein für Geologen interessantes, schwarz-verkohltes Massiv, das je nach Sonnenstand die Farbe wechseln soll; bei untergehender Sonne rötlich-violett wie verlöschendes Feuer. Als Ruhrgebietsler empfanden wir bei Tageslicht den „Verbrannten Berg“ eher als kleinen Schlackenberg mit leichtem Bewuchs. Die Warnung „Please, do not climb onto the Burnt Mountain“ brauchten wir fürs kurze Fotoshooting vom Parkplatz aus gewiss nicht!


Die recht große Twyfelfontein Country Lodge liegt felsintegriert mit Fernblick in die eindrucksvolle, gegen Abend in Rottönen leuchtende Landschaft. Besonders originell, das hinter der Rezeption über Felsplatten erreichbare, rustikale open air-Restaurant mit uriger Bar und gezapftem Bier. Stimmungsvoll, der Gesangsauftritt des Personals vor den Gästen nach dem diner. Vor der Zimmertür am felsnah liegenden Wohntrakt, einige farbenfrohe Agamen, Klippschliefer und in der Felsnische eine Eule.



Hauptattraktion 6 km von der lodge entfernt: Die wohl vielfältigsten und besterhaltenen Vorkommen an Felszeichnungen von Ureinwohnern, seit 1952 National Monument. Wir besichtigten die Felsgravuren unter deutsch-englischsprachiger Führung von Charles auf den rötlich-beigen Sandsteinplatten entlang des mit Stahltreppen bewehrten Kletterpfades. Der Großteil der rock paintings der „Rock Arts Sites“ stellt naturgetreu wie abstrakt heimische Tiere gemeißelt oder im Umriss dar, darunter der bekannte Löwe mit abgeknicktem, am Ende fünfzehigen Schwanz sowie der tanzende Kudu und der große Elefant; erstaunlicherweise auch ein Pinguin oder eine Robbe, obwohl weitab vom Meer. Das Alter der weit über tausend Petroglyphen schätzen Experten anhand der Patina der äußeren Gesteinsschichten. Die meisten sollen aus der Steinzeit vor 2.500 Jahren stammen. Das gesamte Areal zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wanderstock bewährt meisterte auch Klaus den felsigen Pfad, stets beobachtet von der markanten "Lion`s Mouth Rock"- Felsformation über uns.